Säulen des Karate

1. Kihon – Grundschule

Im Kihon lernt der Karateka nicht nur eine Vielzahl von Stellungen und Techniken (Abwehr- und Angriffstechniken), sondern auch die richtige Atmung und Körperspannung. Zuerst werden die Techniken ohne, und wenn ein gewisses Niveau in der Technikausführung erreicht ist, mit einem Partner trainiert.

Die Grundschule ist ein wesentlicher Bestandteil im Karate, da ohne das Erlernen dieser Abwehr- und Angriffstechniken weder ein Kämpfen (Kumite) noch die Vorführung einer Form (Kata) möglich wäre.

2. Kata – Form

Kata ist die stilisierte Form eines Kampfes gegen mehrere imaginäre Gegner. Es gibt sie nicht nur im Karate oder anderen Kampfkünsten, sondern in allen Formen traditioneller japanischer Künste. Durch die Katas wurden diese Künste von Generation zu Generation überliefert.

Im Karate diente die Kata zur Perfektion von mehreren aufeinanderfolgenden Abwehr- und Angriffstechniken. Hierbei sind folgende Richtlinien zu beachten:

  • Jede Technik und jede Bewegung einer Kata ist in Reihenfolge und Richtung genau festgelegt.

  • Jede Kata beginnt mit einer Abwehrtechnik. Das soll den defensiven Charakter dieser Kampfkunst unterstreichen.

  • Jede Kata beginnt und endet an demselben Punkt.

  • Jede Kata läuft nach einem ganz bestimmten Schrittdiagramm ab.

  • Jede Technik und Bewegung der Kata, ob Angriffs- oder Abwehrtechnik, muss in ihrer Bedeutung klar verstanden sein und so zunächst bewusst und später unbewusst ausgeführt werden.

Im Shotokan-Stil gibt es 29 verschiedene Katas, welche in drei Gruppen unterteilt sind: neun Grund-Katas (Taikyoku Shodan bis Tekki Shodan), acht höhere Katas (Tekki Nidan bis Hangetsu) und zwölf hohe Katas (Tekki Sandan bis Unsu).

3. Kumite – Kampf

In das Kampftraining steigt der Karateka bereits nach einigen Wochen ein, wobei hier zu Beginn nur die Grundschule des Kumite geübt wird. Diese Partnerübungen dienen dazu, die Zielgenauigkeit der Techniken zu trainieren und ein Distanzgefühl zu entwickeln. Weiters soll im Grundschulkampf auch ein Verantwortungsgefühl für den Trainingspartner geweckt werden.

In weiterer Folge beginnt man die höhere Grundschule des Kumite, den halbfreien Kampf zu trainieren. Hier werden bereits gewisse Bewegungsabläufe des Kampfes (Angriffs-, Abwehr- und Kontertechniken) automatisiert, sodass schließlich und endlich der Freikampf sowie der Wettkampf als Perfektionsform trainiert werden.